Die Wanner AG hat sich in den letzten Jahren nicht nur in der klassischen Betonsanierung einen Namen gemacht, sondern auch im breiten Bereich des Bautenschutzes. Steffen Stümke, Leiter Bautenschutz bei der Wanner AG, erklärt im Interview, was Bautenschutz genau ist und welche Massnahmen auch für Privatpersonen wichtig sein können.

Herr Stümke, können Sie uns erklären, was unter Bautenschutz zu verstehen ist?
Im Bautenschutz geht es um alle Massnahmen, die Bauwerke vor schädlichen und gefährlichen Einwirkungen schützen. Solche negativen Einflüsse können zu Bauschäden führen, gefährden die Gewährleistung der Bauwerksfunktion und können die Lebensdauer erheblich reduzieren. Zum Bautenschutz gehören folgende Tätigkeitsbereiche: Bauwerksabdichtung, Korrosionsschutz, Brandschutz, Wärmeschutz, Schallschutz, statische Massnahmen (Tragwerkverstärkung), Betonsanierung.

Welche Fälle von Bautenschutz gibt es im öffentlichen Bereich?
Im öffentlichen Bereich werden vor allem Abwasseranlagen, Heizkraftwerke, Gebäude und Brücken saniert und instandgehalten. Bei Abwasseranlagen und Faultürmen wird vor allem der Beton durch chemische Angriffe belastet. Mit den heutigen Oberflächenbeschichtungen und dem nötigen Fachwissen können diese sehr gut geschützt werden, damit die Funktion der Becken gewährleistet werden kann. Bei den Gebäuden und Brücken ist vor allem Korrosionsschutz der Armierung und Stahlkonstruktionen ein grosses Thema. Diese werden durch heutige Umwelteinflüsse (Klimawandel) angegriffen und müssen daher gut geschützt werden, um ihre tragende Funktion nicht zu beeinträchtigen.

Welche Massnahmen können für private Liegenschaftsbesitzer wichtig sein?
Die Bauwerksabdichtung rückt in den letzten Jahren immer weiter in den Vordergrund. Dazu zählen Garagen, Kellerräume und Balkone. Die Abdichtungen älterer Liegenschaften haben oft ihre Lebensdauer erreicht oder waren zum Zeitpunkt der Erstellung nicht Stand der Technik. Deshalb ist es wichtig, seine Liegenschaften regelmässig von Fachleuten kontrollieren zu lassen.

Können Sie uns besondere Herausforderungen nennen, mit denen Sie auch bereits konfrontiert wurden?
Eine besondere Herausforderung war die Abdichtung des Opernhauses in Zürich. Dort wurden wir gerufen, um Dehnungsfugen am Transportlift und Fugen zwischen Alt- und Neubau abzudichten. Dort war die Planung eine wichtige Grundlage für den Erfolg. Da dieses Gebäude direkt am See liegt und wir in ca. 12 Metern Tiefe abdichten mussten, kann man sich gut vorstellen, welcher Wasserdruck auf das Gebäude herrscht.

Welche Gefahren entstehen, wenn man Schäden ignoriert? Können Sie uns Beispiele nennen?
Wenn man Schäden an seiner Liegenschaft ignoriert, kann man davon ausgehen, dass diese weitere Ausmasse annehmen werden. Oft sind es nur minimale Ursachen, die im Laufe der Zeit zu einem erheblichen Schaden am Gebäude führen. Dabei wird auch der Wertverlust der Immobilie völlig unterschätzt. Auch die Schäden, die an Tragwerken entstehen können oder schon vorhanden sind, werden von Laien nicht richtig wahrgenommen oder unterschätzt. Daher ist es wichtig, die Liegenschaften in regelmässigen Intervallen kontrollieren zu lassen und nicht erst, wenn der Schaden schon eine lange Zeit vorhanden ist.

Aktuell dichten wir eine Garage ab, die nach einigen Aussagen in den letzten Jahren gelegentlich feucht war. Das Ausmass der gelegentlichen Feuchtigkeit sah dann dieses Jahr so aus, dass kein Mieter mehr mit trockenen Schuhen zu seinem Auto laufen konnte, die Heizzentrale unter Wasser stand und das Wasser bereits in die Hauszugänge lief. Die jetzige Sanierung wird dort ca. CHF 170’000.– kosten.

Bei Balkonen sieht die Sache dann schon anders aus. Dort spielen die Tragfähigkeit und Sicherheit auch eine grosse Rolle. Aktuell haben wir in Zürich ein Objekt untersucht, wo sich eine Sanierung nicht mehr lohnen wird. Die Schäden sind so weit vorangeschritten, dass diese jetzt notgespriesst sind und ersetzt werden müssen. Hätte man dort vor einigen Jahren die Böden beschichtet, wären die Schäden gar nicht erst entstanden. Kleine Ursache – grosser Schaden.